Von der Brauerei F. Jeppe zum Grebensteiner Landbier

Die zweite Brauerei Grebensteins wurde die von Friedrich Jeppe, der beim Stadtrat am 8. Juli 1861 einen Antrag 'zur Anlage einer Brauerei' stellte. Wann allerdings die Brauerei eröffnet wurde ist nicht genau bekannt. Der Gebäudekomplex steht heute noch und ist in der Oberen Schnurstraße 26 (ehemals Nr. 74) zu finden.

Im Steuerkataster von 1880/81 wurde der komplette Gebäudekomplex neu taxiert, da einige Gebäude hinzugekommen waren. Neu waren eine Scheune und der Bierkeller. Die anderen Gebäudeteile waren das Wohnhaus mit Hofraum, ein weiteres Stallgebäude, ein Zwischenbau (später Schweinestall), die eigentliche Bierbrauerei mit Gärkeller, weitere Stallungsgebäude und die Scheune. Die Stallungen und die Scheune waren von der Steuer befreit, die restlichen Gebäude hatten einen Nutzungswert von 514 Mark.

Im Jahre 1902 ließ Besitzer Friedrich Wilhelm Jeppe noch eine Flaschenspülanlage einbauen, bevor er den Bierverlag und die Gaststätte 1903 an Friedrich Werner verpachtete.

Auf dem Foto ist der erste Pächter Friedrich Werner zu erkennen. Dieser belieferte die Grebensteiner Wirte und die umliegenden Dörfer mit seinem Pferdekarren voll Bier.Die Brauerei wurde in den 1920er Jahren eine Niederlage der Herkules-Brauerei in Kassel, die eine Tochterfirma der dortigen Binding Brauerei war.

1972 übergab Emil Kramm den Bierverlag an seinen Sohn Wilhelm Kramm der wie sein Vater Landwirt und Getränkehändler war. Wilhelm Kramm hat als Jugendlicher selbst noch Bier mit dem Pferdewagen ausgefahren.

1985 kaufte Wilhelm Kramm mit seiner Ehefrau Edith die ehemalige Molkerei Bönsel ( Bönsel`s Kochkäse ) und verlegte das Lager vom alten Bierkeller in die ehemalige Molkerei.

Am 18.09.1987 wurde in dem neu erworbenem Gebäude der Getränkemarkt Kramm eröffnet, der im Laufe der Jahre immer wieder vergrößert und modernisiert wurde und heute über ein reichhaltiges Sortiment an Getränken aller Art verfügt, natürlich auch über Grebensteiner Landbier.

Am 01.07.1994 übergab Wilhelm Kramm den Bierverlag Kramm an seinen Schwiegersohn Reinhard Seuthe der ihn bis heute mit seiner Frau Jutta Seuthe geb. Kramm betreibt . Der Firmenname wurde aber weitergeführt, mit dem Anhang: Inhaber Reinhard Seuthe.

Das Hauptgeschäft des Bierverlages war in den früheren Jahren die Belieferung der umliegenden Gastwirtschaften und der Örtlichen Vereine. Da aber die Umsätze in der Gastronomie mehr und mehr zurück gingen und einige Gaststätten ganz geschlossen werden mußten, wurde der Geschäftsbereich immer mehr verändert.

Heute verfügt die Firma Kramm über sehr viel Zubehör rund um alle Getränke. zB. moderne Verkaufswagen, Kühlwagen, Theken, Zapfanlagen, Bierzeltgarnituren, Stehtische, Gläser und vieles andere mehr.

Mit diesem Zubehör ist die Firma Kramm in der Lage von einer kleinen Familienfeier bis hin zu Großveranstaltungen wie Kirmes oder Konzerte den nötigen Service zu liefern. Natürlich ist Sie darüber hinaus auch noch ein starker Partner der örtlichen und teils auch überörtlichen Vereine. Auch das Sortiment wurde immer wieder den Ansprüchen und Wünschen der Kunden, angepaßt und erweitert, so das die Firma Kramm heute in der Lage ist fast allen Kundenwünschen gerecht zu werden.

Da der Bierverlag Kramm seinen Ursprung in der Brauerei Jeppe hat, die über viele Jahre in Grebenstein Bier braute, spielte Reinhard Seuthe schon lange mit dem Gedanken einmal wieder ein Grebensteiner Bier auf den Markt zu bringen. Vor ca. 100 Jahren wurde das letzte mal Bier in Grebenstein gebraut, jetzt zum Tag des offenen Denkmals ist es soweit, es gibt wieder ein Grebensteiner Landbier. Es ist zwar nicht in Grebenstein gebraut aber was nicht ist, kann ja noch (gebraut) werden, der Anfang ist jedenfalls gemacht.